Zweiter Workshop 2023

Zweiter Workshop 2023 – Gender, Umwelt & Podcasting II

Zwölf Teilnehmer*innen offline in Tunis, sechs online – die Aswatona-Gruppe kam nun für vier Tage zusammen, um gemeinsam Geschichten des Widerstands für Gender- und Klimagerechtigkeit in der Region Westasien und Nordafrika zu erforschen. Die dringendste Frage für die Podcaster*innen aus elf Ländern, war zweifelsohne, wie sie mit ihren Podcastproduktionen Menschen eine Stimme geben können, die im Mainstream-Diskurs eher untergehen, um neue Perspektiven aufzuzeigen. Da dies am Besten in Kooperation funktioniert, haben wir tolle Gäste aus dem Mittelmeerraum eingeladen, um gemeinsam zu diskutieren, Audios aufzunehmen, zu schneiden und die nächsten Podcastproduktionen zu planen.

Tag 1

Tag 1 begann damit sich als Gruppe einzufinden (auf Englisch und Arabisch), danach standen die Erkundung des Workshoportes in Sidi Bou Said und eine Reflexion über die vergangene Runde der Podcastproduktion auf dem Programm. Wie immer wurden wir dabei von dem großartigen Moderationsduo Stella Saliari und Rula Asad unterstützt.
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Wir hatten die wunderbare Gelegenheit, mit den Übersetzer*innen der ersten sechs Episoden ins Gespräch zu kommen, in einer Online-Session kamen Produktionsteam und Übersetzer*in zusammen. Wir hatten so die Gelegenheit einen Einblick in ihre Arbeit zu bekommen, schließlich ist ein Übersetzungsprozess viel mehr als die bloße Übertragung von Wörtern von einer in eine andere Sprache. Es ist viel Hintergrundwissen erforderlich, um den Podcast in die drei Sprachen zu bringen, in denen er veröffentlicht wird.
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Am Abend präsentierten wir der Gruppe den Film „Fuel Fishing“ der tunesischen Filmemacherin und Umweltjournalistin Mabrouka Khedir von Cosmos Media. Er erzählt von der Umweltverschmutzung auf der Insel Kerkennah, die von der internationalen Öllobby verursacht wird, aber auch dem lokalen Widerstands dagegen.
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Cosmos Media unser lokaler Partner in Tunesien, produziert Podcasts für Erwachsene und Kinder zu Umweltbildung.

Tag 2

Der Tag begann mit der Überraschung eines neuen Workshoportes.

So sah es da aus 👇

Für unsere professionellen Expert*innen kein Problem. Am Vormittag gab die Klimaaktivistin und Juristin Ichrak Klai eine Einführung in den rechtlichen Rahmen der Klimaprotokolle und deren (Nicht-)Umsetzung in der Praxis. Und wie sie diese im Rahmen einer Radio Produktion für den tunesischen Sender Misk in ihrer Sendung ecofriendly diskutiert.
Ichrak
Der Nachmittag war der Audiobearbeitung und Podcast-Techniken gewidmet. Mit unserer tunesischen Partnerorganisation, der Podcast-Plattform Inkyfada, feilten wir so praktisch und theoretisch an unseren Podcast-Produktionstechniken. Wir hatten zudem die Möglichkeit, ihre Arbeit in Tunesien besser kennen zu lernen. Die Teilnehmer*innen, die online dabei waren, wurden zeitgleich von dem Musiker und Soundexperten Feras Arrabi geschult.
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Am Abend lauschten wir der Lesung und Diskussion von Amal Khlif Claudel und Siwar Douss vom feministischen Autorinnenkollektiv Chaml und ihrer Übersetzerin Leonie Nückell auf Deutsch und Arabisch.
Ihr Credo, das die Aswatona-Teilnehmer*innen ebenfalls befürworteten: „Wir haben beschlossen, den gängigen Klischees über Frauen etwas entgegen zu setzen: die ewig Verliebte, Rebellin und Revolutionärin, Befreite oder Opfer.“

Tag 3

Nach zwei Tagen Theorie und Praxis war es langsam an der Zeit, die Themen für die anstehende Podcastproduktion festzulegen und sich in transnationalen Gruppen von jeweils 3 Personen aus mindestens 2 verschiedenen Ländern zusammen zu finden. Der erste Schritt bestand darin, die eigenen Perspektiven und Standpunkte zu reflektieren. Diese wollten wir dann kritisch aufgreifen, um den Weg für andere Perspektiven zu ebnen und das Bewusstsein zu schärfen, dass nicht alle Menschen auf dieser Welt das gleiche Recht / den gleichen Zugang haben, ihre Meinung zu äußern und gehört zu werden.
city tour
Am Nachmittag erkundete die Gruppe die Stadt Tunis und besichtigte Schauplätze feministischer Geschichte und Gegenwart.

Tag 4

Feministische Forschung und Storytelling – was genau meint das? Am letzten Tag des Workshops diskutierte die feministische Forscherin und Podcasterin Stella Saliari diese Frage mit den Teilnehmer*innen in einem interaktiven Workshop und gab eine Einführung in das Konzept von Intersektionalität.
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Am Ende unserer Workshoptage stießen unsere Mentor*innen wieder dazu. Sie werden ihre Mentees auch in dieser Runde begleiten und sie bei der Produktion unterstützen.
mentors meeting
Abgerundet wurden diese ereignisreichen Tage durch einen musikalischen Rahmen mit dem feministischen Podcast- und womxn-DJ-Kollektiv FeMena Netzwerk, das an die tunesische Organisation La Fabrique Art angedockt ist.
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